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Was heißt Legasthenie / LRS?
In Deutschland werden die Bezeichnungen Legasthenie und Lese-Rechtschreibschwäche synonym verwendet. Der Duden übersetzt es folgendermaßen: „Umschriebene Entwicklungs-
störung des Lesen und Schreibens bei durchschnittlicher oder überdurchschnittlicher Intelligenz.“ Das heißt, dass biologische Ursachen das Erlernen und Fähigkeiten beeinträchtigen oder verzögern, die mit der Reifung des zentralen Nervensystems verbunden sind.

Damit das Kind störungsfrei lesen und schreiben kann, müssen aber diese Funktionen bis zum Einschulungsalter intakt sein. Zum Teil werden aber die Einschränkungen lange vor Geburt angelegt z.B. genetisch bedingte familiäre Legasthenie. Aber auch durch z.B. Sauerstoffmangel während der Geburt oder Halswirbelsyndrome können Risikofaktoren, die eine Legasthenie entwickeln, entstehen. Der Sprach-
entwicklungsverlauf und die elterliche Erziehung haben einen zusätzlichen Einfluss für den Spracherwerb.

Ein Mensch mit einer Lese-Rechtschreibschwäche nimmt seine Umwelt anders wahr. Seine Aufmerksamkeit lässt schnell nach, wenn er sich mit Zahlen / Buchstaben beschäftigen muss, da er sie durch seine veränderte Wahr-
nehmung anders empfindet. So ergeben sich beim Lesen, Schreiben oder Rechnen Schwierigkeiten.

Anzeichen einer LRS
Bei gezielter Beobachtung lassen sich schon frühzeitig Schwierigkeiten erkennen.
deutlich verkürztes oder ausgelassenes Krabbeln, bzw.
das Kind hat nie gekrabbelt.
verspätetes Gehen, schlechte Körperkoordination
fällt über nicht vorhandene Gegenstände
Schwierigkeiten im Umgang mit Scheren, Besteck,
Schnürsenkeln, etc.
Koordinationsstörungen beim Malen, Radfahren oder
Schwimmen
später Sprachbeginn; undeutliche Aussprache, Stottern
schafft Wortschöpfungen
Schwierigkeiten beim Merken von Reimen und Liedern sowie
beim Memory und Puzzeln

Wichtig: Man spricht nicht von einer Lese-Rechtschreib-
schwäche, wenn nur ein Anzeichen zu erkennen ist.
Auffälligkeiten im Schulzeitalter
hohe Ablenkbarkeit bei Arbeiten mit Buchstaben und Zahlen
ermüdet schnell
sprachliche Mängel, scheinbare Seh- und Hörprobleme
Raum- und Zeitprobleme
hoher Körpertonus
unleserliches Schriftbild

Des Weiteren können sich auch Auffälligkeiten zeigen, die zunächst nicht mit Lese-Rechtschreibschwäche in Verbindung gebracht werden:
geringes Selbstbewusstsein
niedrige Frustrationstoleranz
Essstörungen
Trödeln
Aggressionen
allgemeine Unruhe
Schulangst, soziale Angst

Wie wird eine Lese-Rechtschreibschwäche festgestellt
Im Rahmen einer Untersuchung beim Kinderarzt, Kinder- und Jugendpsychiater und Pädagogen werden folgende Untersuchungen durchgeführt
Anamnese
Lese-Rechtschreibtest
EEG
Körperliche Untersuchung

Therapieschwerpunkte
Förderung der Aufmerksamkeit
Förderung des Körperempfindens
Förderung der visuellen und auditiven Wahrnehmung

Das Training der Rechtschreibung und des Lesens geschieht auf ganzheitliche Art und Weise, um möglichst viele Sinneskanäle zu nutzen. Hierzu werden verschiedene Materialien und Bewegungsübungen eingesetzt. Die interdisziplinäre Arbeit mit Eltern, Lehrern und ggf. anderen Therapeuten ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Die positiven Seiten sehen...

Ihr Kind hat wahrscheinlich ein auffällig gutes technisches Verständnis, hohe Kreativität und soziales Bewusstsein. Denken Sie bitte immer daran, dass Ihr Kind beim Lesen und Schreiben nicht unkonzentriert ist, um Sie zu ärgern. Für ihn ist es eine große Anstrengung mit Zahlen und Buchstaben zu arbeiten. So muss es oft zappeln und erscheint unkonzentriert. Loben Sie beim Erfolg!

Weitere Informationen finden Sie hier:
www.legasthenieverband.org
www.dyslexia.at
www.dvld.de
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